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"Das ist eine außergewöhnlich hohe Zahl", betont Julia Heidtke von der Naturschutz-Behörde. Landwirt erhält Ausgleichs-Zahlung.

(ty) Im Kreis Freising hat man es sich laut Landratsamt zum Ziel gesetzt, die stark gefährdeten Wiesenbrüter besser zu schützen. Dafür sei im Jahr ein von der Regierung von Oberbayern gefördertes Projekt gestartet worden, das nun Früchte trage. Auf einem Acker zwischen Giggenhausen und Pulling stellten die für den Naturschutz verantwortlichen Behörden-Mitarbeiter sowie Akteure vom Landschafts-Pflege-Verband laut aktueller Mitteilung insgesamt 28 Kiebitz-Brutpaare fest. "Das ist eine außergewöhnlich hohe Zahl", erklärte Julia Heidtke von der Naturschutz-Behörde des Landkreises bei einem Ortstermin. "Eine derart hohe Dichte ist sehr selten und zeigt die besondere Bedeutung dieser Fläche für den Artenschutz."

In vielen Gebieten im Freistaat, wie auch im Kreis Freising, der einst mit seinen Moorgebieten einen wichtigen Lebensraum für wiesenbrütende Vogelarten wie den Kiebitz und den großen Brachvogel dargestellt hatte, sind laut Landratsamt die Bestände dieser Vögel in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. "Die Zahl der Kiebitze ist seit den 1980er Jahren um 90 Prozent eingebrochen", sagt Heidtke. "Um den Kiebitz steht es sehr schlecht." Grund dafür sei abnehmende Qualität des Lebensraumes für die Wiesenbrüter, beispielsweise durch Entwässerung und dadurch zunehmende Prädation. Der Kiebitz suche offene Bodenflächen, gern auch feuchte Böden. Im Freisinger Moos fänden diese Tiere gute Bedingungen.

"Auf diesem Acker haben sich viele Vögel niedergelassen, weil er noch nicht umgeackert war. Hier können sie zwischen den Grasbüscheln ihre Nester gut verstecken", erläutert Fabian Eichhorn vom Freisinger Landschafts-Pflege-Verband. Ehrenamtliche hatten laut Landratsamt das Feld von Landwirt Martin Königer sowie die angrenzende Ausgleichs-Fläche der Bahn eingezäunt, um die Gelege und Jungvögel – und auch die anderen Wiesenbrüter – vor Fuchs und Dachs zu schützen. Durch die Größe des Areals, es seien gut sieben Hektar, könnten sich die Kiebitze zudem durch Kolonie-Verhalten selbst vor Gefahr aus der Luft schützen. Schnell steigen ein paar Vögel auf und vertreiben eine Krähe.

Wenn der im Rahmen des Projekts beauftragte Kartierer ein Gelege entdeckte, werde in der Regel der Landwirt informiert, dem die Fläche gehöre. Das Nest werde für den Bauern sichtbar mit Stäben gekennzeichnet. Wegen der Vielzahl an Gelegen auf dem besagten Acker hätte Eigentümer Königer bei der Bewirtschaftung aber quasi Slalom fahren müssen "Deswegen suchten die Naturschützer das Gespräch und fanden gemeinsam mit den Besitzern eine tragbare Lösung", heißt es aus dem Landratsamt: "Königer tauschte mit einem anderen Landwirt den geplanten Mais-Anbau. Er ließ die Fläche zunächst unbearbeitet, setzt auf eine spät anbaubare Biogas-Maissorte und bekommt dafür einen finanziellen Ausgleich im Rahmen des Projekts." Diese Lösung werde sowohl den Bedürfnissen der Landwirtschaft als auch dem Schutz der Wiesenbrüter gerecht.

Normalerweise nutze er das betreffende Areal als Futterfläche, baue dort beispielsweise Futtermais oder Getreide an, sagt Königer. "Durch den Ertrags-Ausfall ist das nur möglich, wenn es dafür Ausgleichs-Zahlungen gibt." Natürlich stünden die Landwirte hinter dem Gedanken, die Tiere zu schützen und zu fördern. "Aber es muss sich auch für uns wirtschaftlich tragen." Das kann Fabian Eichhorn vom Landschafts-Pflege-Verband nur unterstreichen: "Die überwiegende Mehrheit der Landwirte arbeitet sehr gut mit uns zusammen." Das Feld von Martin Königer sei freilich ein Sonderfall, weil es eben eine komplette Fläche betreffe. "Aber das ist ein Sinnbild dafür, wie gut unsere Kooperation funktioniert."

Landwirt Martin Königer (links), Fabian Eichhorn vom Landschafts-Pflege-Verband) und Julia Heidtke von der Naturschutz-Behörde des Landkreises Freising vor der Fläche im Freisinger Moos.

"Und davon profitieren die Vögel", fasst die Landkreis-Behörde zusammen. Das Projekt zeigeWirkung. Einige Jungvögel seien inzwischen flügge – das sei ein klarer Hinweis auf den Erfolg der Maßnahmen. Die Organisatoren zeigen sich entsprechend zuversichtlich: "Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Küken durchkommen. Die Zahl der flugfähigen kleinen Kiebitze steigt täglich", so Julia Heidtke.


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