Bayernweit nehmen Gesetzeshüter nächste Woche ganz besonders die Einhaltung der Gurt- und Kindersicherungs-Pflicht in den Fokus.
(ty) Eine landesweite Kontroll-Aktion der Polizei zur Gurt- und Kindersicherungs-Pflicht hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum bevorstehenden Schuljahres-Beginn angekündigt. Hintergrund dafür sei, dass der Anteil ungesicherter Pkw-Insassen unter den tödlich Verunglückten im Freistaat deutlich gestiegen sei. Im vergangenen Jahr habe dieser bei 21,3 Prozent gelegen, im Jahr zuvor habe man eine Quote von 16,8 Prozent registriert. "Ein Sicherheitsgurt kann im entscheidenden Moment Leben retten", betonte Herrmann. Von Dienstag, 15. September, bis Freitag, 18. September, sind laut Innenministerium verstärkte Kontrollen rund um Schulen und Kindergärten sowie im Bereich von Schulwegen geplant.
Im Fokus stünden die Gurt- und Kindersicherungs-Pflicht. Auch die bayerische Bereitschafts-Polizei werde im Einsatz sein. "Der Schulweg soll sicher sein – und das beginnt bereits beim Einsteigen ins Auto. Wer sich anschnallt und Kinder richtig sichert, kann Leben schützen", sagt Herrmann. Die bevorstehende Aktion solle für das Thema sensibilisieren und sich insbesondere an Eltern, Kinder und alle Pkw-Insassen richten.
Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Innenministeriums im Freistaat insgesamt 249 Personen bei Pkw-Unfällen gestorben, davon 53 ohne angelegten Sicherheitsgurt. Zudem sei ein ungesichert mitfahrendes Kind ums Leben gekommen. Bis Ende Juni dieses Jahres starben laut Ministerium bereits 23 Menschen auf bayerischen Straßen, weil sie nicht angeschnallt waren. Zudem habe erneut ein ungesichert mitfahrendes Kind sein Leben verloren.
Im Zuständigkeits-Bereich des in Ingolstadt ansässigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, zu dem auch der Landkreis Pfaffenhofen gehört, ereigneten sich im abgelaufenen Schuljahr 2025/26 den Angaben zufolge insgesamt 78 Schulweg-Unfälle. Im Jahr zuvor seien es 89 gewesen. Dies entspreche einem Rückgang von 12,35 Prozent. Insgesamt wurden im Schuljahr 2025/26 laut Polizeipräsidium 109 Schüler verletzt, acht mehr als im Schuljahr davor. Die Zahl der schwer verletzten Schüler habe sich im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf elf erhöht. Ein weiterer Anstieg von 93 auf 98 sei bei der Zahl der leicht verletzten Schüler zu verzeichnen gewesen.
Zum ersten Mal nach sieben Jahren sei im vergangenen Schuljahr im Bereich des hiesigen Polizeipräsidiums ein Schüler tödlich verletzt worden – am 10. Juni bei einem Schulbus-Unfall in Hebertshausen (Kreis Dachau). Wo eine Verkehrs-Regelung durch Polizei oder Schulweg-Helfer stattgefunden habe, habe es seit 1953 in Bayern an den von Schülerlotsen und Schulweg-Helfern gesicherten Übergängen keinen einzigen schweren beziehungsweise tödlichen Schulweg-Unfall gegeben. Letzteres zeige, wie wichtig der Einsatz von Schulweg-Helfern beziehungsweise Schülerlotsen sei.
Für die Schulanfänger sei die Teilnahme am Straßenverkehr unbekanntes Terrain, verdeutlicht das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord. Sie könnten auftretende Gefahren nur schlecht einschätzen und seien deshalb besonders gefährdet. Daher appelliert die Polizei vor allem an die Eltern, die Buben und Mädchen gut auf den Schulweg vorzubereiten sowie selbst immer mit gutem Beispiel voranzugehen. Denn Erwachsene seien Vorbilder.
Alle Verkehrsteilnehmer seien gemeinsam gefordert, mit entsprechend erhöhter Aufmerksamkeit vorausschauend zu fahren und bremsbereit zu sein. Auch wenn Kinder ein Fahrzeug optisch wahrgenommen haben, könnten sie dennoch loslaufen. Sie seien noch nicht fähig, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen und haben laut Polizei zudem keine Vorstellung vom benötigten Anhalteweg eines Fahrzeugs.
Weitere Informationen zur Verkehrsunfall-Entwicklung in Bayern, zum Verkehrs-Sicherheits-Programm 2030 "Bayern mobil – sicher ans Ziel" sowie zum neuen Verkehrs-Sicherheits-Gewinnspiel "Sicherheit kommt gut an" findet man unter diesem Link.





